Julia Schlax (Efeu)
Geschrieben von Kara am 13.07.2008 um 22:41 

 

 



Wir haben die Chance ergriffen und Julia Schlax, eher bekannt als Efeu, interviewt. Sie steht uns Rede und Antwort zu ihrem dasein als Mangaka!


 


 


SxAnime: Hallo Julia, erzähl uns doch erst einmal etwas über dich, wer du bist und was du bisher so gemacht hast.

 

Julia Schlax: Dat Julia ist ein waschechtes kölsche Mädsche, zeichnet seit dem Kindergarten und hat einen etwas makaberen Humor. Ich habe eine Vorliebe für alles Ungewöhnliche, gute Geschichten, lache ständig und viel und bewege mich langsam auf mein Diplom zu.

 

 

 

SxAnime: Was hat dich dazu animiert dich dem Anime und Manga-Stil zu widmen und nicht dem westlichen Comicstil?

 

Julia Schlax: Ich habe schon immer gerne Zeichentrickserien geschaut. Aber erst als ich die Serie „Rock n Roll Kids“ auf RTL 2 sah, ging der Manga Boom bei mir richtig los. Ich fand es klasse, dass der Hauptcharakter der Serie die gleichen Teenie- Sorgen hatte, wie man selbst. Dadurch, dass die Charaktere so glaubwürdig dargestellt wurden, konnte man sich viel eher mit ihnen identifizieren und es was spannend zu sehen, wie sie ihre Konflikte zu bewältigen wussten. Nebenbei waren sie auch schön gezeichnet. Nerv getroffen, würd ich sagen. ;)
Die westlichen Zeichentrickserien habe ich mir zwar immer gerne angeschaut, aber emotional gesehen, hatte mich bisher keine so berührt, wie es bei einem Anime der Fall war.

 

 

 

SxAnime: Du arbeitest sehr gerne mit Aquarell, wie hast du dieses Medium für dich entdeckt? Gibt es weitere die du gerne benutzt?

 

Julia Schlax: Ich bekam irgendwann zu Weihnachten mal einen Aquarellkasten geschenkt. Mit diesem spielte man dann herum, probierte aus und machte sich mit den Farben vertraut. Einen richtigen Anstoß gab es allerdings erst, als ich Kaori Yukis „Angel- Cage“ Artbook in der Hand hielt und sah, was man mit analogen Farben alles machen kann. Persönlich bin ich ein großer Freund handgemalter Bilder, da ich es liebe das Bild nach Pinselstrichen zu erforschen, weshalb ich auch gerne in Museen gehe. Bilder, die auf Papier gemalt sind, haben für mich mehr Seele. Sie sind im wahrsten Sinne zum anfassen. Das soll nicht heißen, dass digitale Artworks schlecht oder Seelenlos sind. Es gibt Bilder, die ich von der Stimmung her lieber digital gestalte, da die Technik oft mehr erlaubt. Jedes Medium hat da seinen ganz eigenen Reiz.

 

 

 

SxAnime: Wo findest du deine Inspiration? Möchtest du deine Ideen sofort auf Papier bannen oder bist du eher der spontane Zeichner, der einfach drauflos zeichnet?

 

Julia Schlax: Inspiration gibt es überall. Aus meinem Umfeld, aus Songs, Filmen, oder einfach nur vom „rumsitzen“. Das kommt ganz von allein. Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie sofort aufzeichnen bzw. aufschreiben, da mein Gedächtnis ein bodenloses Fass ist und der Gedanke nicht verloren gehen soll. Oft schwirrt mir eine Bildidee penetrant im Kopf herum, die erst Ruhe gibt, wenn sie auf weißes Papier gebannt ist.

 

 

 

SxAnime: Gibt es Musik/Hintergrundgeräusche die dich besonders gut beim zeichnen unterstützen?

 

Julia Schlax: Klassik- bzw. Filmmusik ist unheimlich inspirierend beim zeichnen. Auch den  keltisch- irischen Klängen von Loreena Mc Kennit lausche ich sehr gerne, während ich den Stift in der Hand halte. So was nenn ich richtige Arbeitsmusik. Ich höre auch manchmal andere Sachen wie Subway to Sally nebenbei, aber da besteht oft die Gefahr, dass ich anfange mitzusingen, was folglich zu Unkonzentration führt. ;)

 

 

 

SxAnime: Wie bist du zum Schwarzer Turm Verlag gekommen? Wirst du weiterhin für diesen zeichnen, obwohl du nun bei Butter and Cream bist?

 

Julia Schlax: Beim Turm habe ich mich zuerst schriftlich beworben. Nachdem Interesse da war, fand der weitere Kontakt über email- Verkehr statt, wo dann mein Projekt bespochen wurde. Momentan steht der dritte und letzte Todkäppchen Teil noch aus. Dieser wird vorraussichtlich in Paper Theatre 7 veröffentlicht.

 

 

SxAnime: Du hast schon auf vielen Messen signiert, gibt es etwas was dir besonders viel Freude beim signieren bereitet oder dich sehr stört?

 

Julia Schlax: Ich freu mich immer riesig, wenn sich jemand einen Charakter aus meiner Geschichte in sein ConHon wünscht. So was ehrt einen Zeichner. Was mich am signieren stört? Hm.. Kopfschmerzen. Die sind echt unnötig beim signieren.

 

 

 

SxAnime: Zeichnest du lieber Geschichten oder Einzelbilder?

 

Julia Schlax: Beides. Es gibt Szenerien, die sich besser in Bildern festhalten, andere lassen sich eher in Comic- geschichten darstellen. Besonders wenn Emotionen aufgebaut werden. Ich versuche aber auch in jedem Bild eine eigene Geschichte spielen zu lassen, wie z.B. bei meinen Märchenbildern.

 

 

 

SxAnime: Wie war es für dich ein Lied der Band "Subway to Sally" für das "Subway to Sally Storybook" umzusetzen?

 

Julia Schlax: Als die Anfrage kam, bin ich im Dreieck geschwommen. XD Ich bin schon seit Jahren großer Fan der Band und war überwältigt einen Beitrag für das Storybook zu liefern. Ich war auch sehr froh, dass ich „Feuerkind“ umsetzen durfte, da ich den Song sehr, sehr mag.

 

 

 

SxAnime: Mit "Memento Mori" veröffentlichst du dein erstes Werk bei Butter and Cream, was wird uns in dieser Geschichte erwarten?

 

Julia Schlax: In Memento Mori geht es um einen verwünschten Zirkus. Auris, die Hauptattraktion ist dazu verdammt sich jeden Tag aufs Neue vom Hochseil in den Tod zu stürzen. Romi, die der Vorstellung beiwohnt ist von der ersten Sekunde an fasziniert von ihm und macht es sich zur Aufgabe herauszufinden, was Auris dazu bewegt und was es mit dem seltsamen Zirkus auf sich hat. Dabei stellt sich heraus, dass Romi mehr in die ganze Geschichte involviert, als sie je gedacht hätte. Märchen werden wahr- jedoch anders als erwartet.

 

 

 

SxAnime: Du hast bisher auch einigen Kontakt mit anderen deutschen Zeichner gehabt.Verstehst du dich gut mit deinen Kollegen? Gibt es jemandem mit dem du besonders gern zusammenarbeitest/signierst?

 

Julia Schlax: Ich habe bisher nur nette Zeichner kennen gelernt. Da war eigentlich noch keiner dabei, der mir irgendwie feindlich gesonnen war. Und falls doch, hab ich’s vergessen. XD Auf der Contopia habe ich mal neben Kyoko- Taide gesessen. Das war super lustig, weil wir nur am lachen waren. Natürlich sitze ich liebend gern auch mit der lieben Fahr Sindram an einem Signiertisch, weil wir auf einer Wellenlänge liegen, was den Spack- Faktor angeht. Nicht zu vergessen Katharina Tacaret/ Ines Korth, die auch beim schwarzen Turm ist. Da wir auch zusammen studieren ist es doppelt so schön, wenn man auch zusammen auf Cons unterwegs ist.




Vielen Dank für das Interview!
Wir freuen uns schon auf deine nächsten Werke!

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